Na, bist Du bereit, dieses Experiment zu wagen?

Wie versprochen verlinke ich Dir hier unten den Original-Beitrag von Josh Kaufman. Nach etwas Recherche habe ich nun auch eine Version mit Deutschen Untertiteln gefunden.

Lass mich wissen, was Du denkst!

Video Transkript:

Du willst schon lange mit dem Klavierspielen anfangen, aber Du hast einfach keine Zeit dafür? Fragst Du Dich: Wie viel Zeit brauche ich wirklich, um Klavier spielen zu können?

Dazu habe ich kürzlich eine interessante These gehört: In einem wissenschaftlichen Vortrag heißt es, dass dafür eigentlich 20h reichen.

Kann das sein? Wofür habe ich dann 13 Jahre Klavierunterricht genommen?

In diesem Video nehme ich mit Dir diese These mal etwas genauer unter die Lupe. Und wir werfen auch einen schonungslosen Blick auf mein Leben: Kann es sein, dass ich in Wirklichkeit ziemlich oft meine Zeit verplempert habe?

Angenommen 20 Stunden würden reichen um Klavier zu lernen: Unter welchen Voraussetzungen ist das zu schaffen?

Falls Du die Herausforderung wirklich annimmst, dann bekommst Du von mir am Ende dieses Videos noch meinen ultimativen Tipp für dieses Projekt - basierend auf meinen 30 Jahren Erfahrung am Klavier.

Als ich vor einiger Zeit Vater geworden bin, musste ich mit Erschrecken feststellen, dass mein Tag offensichtlich keine 24h mehr hat, sondern nur noch eine halbe Stunde. Kennst Du dieses Gefühl? Oder kannst Du es Dir zumindest irgendwie vorstellen?

Obwohl ich das Vatersein sehr genieße, versetzt es mich immer wieder in Panik, weil ich denke, dass ich >Nie mehr in meinem Leben Zeit für Irgendetwas haben werde außer für meine Kinder<.

Und da bin ich im Internet auf einen TED-Vortrag gestoßen. Vielleicht kennst Du diese unterhaltsame TED-Vortragsreihe, bei der erfolgreiche Persönlichkeiten für 20 Minuten ihre Erfolgsrezepte preisgeben.

Der Vortrag, auf den ich gestoßen bin, hieß: "Wie Du in 20 Stunden jede Fähigkeit erlernen kannst." Das schien für mich wie gemacht. Ich verlinke Dir diesen Vortrag hier unten. Dann kannst Du ihn Dir selbst einmal anschauen. Ist das okay?

Okay. Jedenfalls spricht dort Josh Kaufman - ein Bestseller Autor, Business Experte und selbst frisch gebackener Vater. Und er würde gerne Ukulele lernen. Dazu möchte er gerne wissen, wie viel Zeit er braucht, um sich so eine neue Fähigkeit anzueignen. Er recherchiert und kommt dabei auf, Achtung:

Zehn-Tausend-Stunden(!)

Hast Du vielleicht schonmal gehört: Profifußballer, Rennfahrer, Konzertpianisten, Politiker, etc.

Schockiert recherchiert er etwas weiter und findet dann heraus: Diese 10.000 Stunden beziehen sich auf das Erreichen von Weltklasse-Niveau. Er zeigt dann anhand einer Lernkurve, die sehr steil anfängt, aber dann immer flacher wird, dass der Großteil einer neuen Fähigkeit in den ersten 20 Stunden erlernt wird.

Alles, was danach kommt, ist nur noch viel Aufwand für wenig Fortschritt - auf dem Weg zum Profi-Niveau.

Er setzt dafür ein paar Bedingungen. Unter anderem:

1.) Du solltest nicht 20 Stunden am Stück lernen. Sondern jeden Tag 15 bis 30 Minuten lernen und dieses Wissen über Nacht im Gehirn festigen lassen.

2.) Du solltest Schmerzen aushalten können: Denn die ersten 20 Stunden sind zwar die lehrreichsten. Aber sie tun auch am meisten weh - egal, ob Du mit dem Joggen anfängst, oder mit dem Klavierspielen.

Und jetzt kommt die wichtigste Voraussetzung: Du musst Dir im Vorhinein messerscharf darüber klar werden, was GENAU Du lernen möchtest. Und Dir dann genau die Informationen suchen, die Dich ohne Abschweifungen direkt an dieses Ziel führen.

Am Ende des Vortrags zieht er eine Ukulele heraus und spielt ganz cool einen Song. Wie geil ist das denn?

Irgendwie musste ich jetzt eher an Euch, meine Follower, denken. Denn fürs Klavierspielen wäre das ja total irre. Oder?

Und gleichzeitig musste ich mein eigenes Leben hinterfragen:

Ich hatte 13 Jahre Klavierunterricht.

Wie lange habe ich wirklich etwas gelernt?

Mal Hand aufs Herz.

Ich habe mit 6 Jahren angefangen. Und rückblickend muss ich zugeben: Vieles davon war einfach Kinderbeschäftigung.

Heute als Vater weiß ich, dass Kinder permanent eine Aufgabe brauchen, an der sie wachsen können. Und auch wie schön es ist, wenn die Kinder jede Woche mal für eine bestimmte Zeit aus dem Haus sind, damit ich meine eigenen Aufgaben erledigen kann. Macht das für Dich Sinn?

Was von dem, was ich gelernt habe, war jetzt wirklich relevant? Relevant für das, was ich heute mache?

Sicherlich waren es Technikgrundlagen - also wie ich meine Finger organisiere und vielleicht die Notenlehre - obwohl ich heute so gut es geht auf Noten verzichte. Aber sagen wir mal, um das zu verstehen und zu lernen, brauchte ich etwa ein halbes Jahr - insbesondere dann, wenn ich schon ausgewachsene, große Finger gehabt hätte und mich hätte wie ein erwachsener Mensch konzentrieren können.

Das wären dann also 26 Wochen Unterricht, abzüglich 6 Wochen Ferien, macht 20 Wochen à 30 Minuten Unterricht. Also sind wir hier bei ca. 10 Stunden - UNTERRICHT - aber auch jede Menge Blabla im Unterricht, das auch dazu gehört.

Dann wäre da noch die Fähigkeit mit dem intuitiven Klavierspielen. Diese Fähigkeit brauche ich heute permanent - egal ob ich alleine auf der Bühne bin oder spontan bei einem anderen Künstler einspringe. Ohne diese Fähigkeit geht NICHTS.

Intuitives Klavierspielen musste ich mir damals irgendwie selbst beibringen - weil es in meinem Kosmos, bis heute übrigens, so gut wie niemand beherrscht.

Aber wie schon oft erwähnt, hatte ich den Eindruck, dass ich das nach einigen Wochen schon ganz gut konnte. Spätestens nach einem halben Jahr hatte ich das aber so gut drauf, dass ein Außenstehender gesagt hätte - der kann Klavier spielen.

So: Aber kannst Du mir jetzt sagen, wie ich diese zweite Hälfte zusammenrechnen soll?

Zählt das jetzt auch als Übezeit, wenn ich eigentlich nur gespielt habe und dadurch besser geworden bin?

Ich hab keine Ahnung.

Mein Klavierkurs, in dem ich Menschen Intuitives Klavierspielen beibringe, hat derzeit knapp 3 Stunden reine Video-Dauer. Einfach aber auch, weil ich in jedem Video auf jegliches unwichtiges Blabla verzichtet habe. Diese Videos sind voll auf den Punkt und in spätestens 3-5 Minuten weißt Du ohne Schnörkeleien worum es geht. Der Kurs an sich geht wiederum davon aus, dass Du pro Tag ca. 10 Minuten übst. Also sind wir großzügig und sagen, Du übst in Summe nochmal 7 Stunden.

Dann bist Du bei 3 Stunden Video, 7 Stunden Üben - macht 10 Stunden. Nach diesem Kurs nimmst Du nochmal die erwähnten 10 Stunden bei einem Klavierlehrer und lässt Dir die Theorie und Noten beibringen.

Dann bist Du:

Bei 20 Stunden.

20 Stunden...

Ich gebe zu, das ist etwas tough.

Aber wenn Du Schmerzen aushalten kannst, dann wirst Du es schaffen, danach solide Klavier spielen zu können.

Denn Du lernst nicht automatisch besser, je mehr Zeit Du am Klavier verbringst. Du kannst Dir zwar auf die Schulter klopfen und sagen, heute habe ich 4 Stunden Klavier geübt.

Aber worum geht es in Wahrheit?

Es geht darum, dass Du Dir klare Ziele setzt und dann Deine kostbare Zeit gezielt und nur für das einsetzt, was Du wirklich willst. Und das gilt für alles im Leben.

Ich bin damals über Jahre im Klavierunterricht vor mich hin vegetiert - ohne etwas Relevantes zu lernen. Denn ich hatte nur diesen einen Lehrer und musste wahllos alles lernen, was er mir beigebracht hat.

Aber heute mit dem Internet gibt es so viele Möglichkeiten und so viele großartige Kurse.

Du musst Dir nur die RICHTIGEN Informationen holen. Gut aufbereitete Informationen. Ohne Effekthascherei.

Das ist die Grundlage für effektives Lernen.

Und dann investiere 20 Stunden genau und präzise dafür.

Dann ist es egal wie alt oder wie beschäftigt Du bist:

Du hast diese 20 Stunden. Du hast sie für Deinen Job, für Deine Freunde, für Deine Kinder, für Facebook, Youtube, fürs Fernsehen. Für alles!

Nur nie für Dich.

Aber jetzt bist Du dran.

Schenke Dir diese 20 Stunden.

Gordon November


Dozent für Intuitives Klavierspielen, Singen & Komponieren.

Gordon November

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